Plattform-Architektur & Betriebskonzepte
Erfahren Sie, wie Digintu Pay Kreditorenzahlungen, Belegerfassung und Bankabstimmung automatisiert.
Kernarchitektur: Konverter vs. Pipelines
Ein wesentlicher Unterschied besteht zwischen Konvertern und automatisierten Pipelines.
- Konverter: Formatregeln zur Datenumwandlung (z. B. CSV nach pain.001 oder camt.053 nach Excel). Sie laufen manuell im Arbeitsspeicher ab.
- Pipelines: Dauerhafte Ausführungsrouten, die Eingangskanal, Konverter und Ausgangsziel vollautomatisch verbinden.
- Best Practice: Logik einmal im Konverter definieren, via Testlauf prüfen und anschliessend als Pipeline bereitstellen.
Zero-Retention-Speichermodell
Digintu Pay arbeitet ausschliesslich als flüchtige Middleware.
- Verarbeitung im RAM: Dateien werden vollständig im Arbeitsspeicher konvertiert.
- Sofortige Löschung: Nach erfolgreicher Weiterleitung an Bank-SFTP oder Webhook werden Nutzdaten sofort gelöscht.
- Audit-Sicherheit: Protokolle erfassen lediglich Statuscodes, Zeitstempel und SHA-256-Prüfsummen ohne Finanzinhalte.
Mandanten- & Arbeitsbereichseinrichtung
Konfigurieren Sie Standard-Auftraggeberkonten und Unternehmensstammdaten.
Standard-Auftraggeberdaten hinterlegen
Auftraggeber-IBAN und Firmenadresse für Zahlungsdateien festlegen.
- Öffnen Sie das Profil oder bearbeiten Sie einen Konverter im Mapping-Canvas.
- Wählen Sie Tab 2 (Konfiguration & Standardwerte) und den Bereich 'Auftraggeber (Debtor)'.
- Tragen Sie Ihre Standard-IBAN und den BIC/SWIFT-Code Ihrer Hausbank ein.
- Hinterlegen Sie Strasse, Hausnummer, PLZ, Ort und Ländercode (ISO-2).
- Speichern. Diese Daten werden automatisch in die ISO-Group-Header eingesetzt.
Verwaltung mehrerer Mandanten
Mehrere Tochtergesellschaften oder Kundenmandate sauber trennen.
- Jeder Mandant verfügt über vollständig isolierte Pipelines, Regeln und Schlüssel.
- Eigentümer können Arbeitsbereiche in der Teamverwaltung umbenennen.
- Eingeladene Benutzer können als Gastmitglieder zwischen Mandanten wechseln.
Vorlagenkatalog & Standardschemas
Verifizierte Vorlagen für Schweizer Banken, Bexio, Abacus und europäische Zahlungsnetze.
Vorlage auswählen und aktivieren
Vorkonfigurierte Schemas mit einem Klick übernehmen.
- Klicken Sie im Konverter-Dashboard oben rechts auf 'Katalog'.
- Filtern Sie nach ERP-System (Bexio, Abacus, Navision) oder Format (pain.001, camt.053).
- Klicken Sie auf eine Vorlagenkarte, um Standardzuordnungen und Testdaten zu laden.
- Der Canvas öffnet sich automatisch. Vergeben Sie einen Regelnamen und klicken Sie auf 'Regel speichern'.
Konverter-Canvas (Individuelle Regeln)
Eigene Mappings für proprietäre ERP-Dateien, CSVs oder JSON nach ISO 20022 erstellen.
1. Formate und Trennzeichen festlegen
Grundkonfiguration der Quelldatei.
- Klicken Sie auf 'Neuer Konverter' auf der Konverter-Übersicht.
- Geben Sie der Regel einen Namen (z. B. 'Kreditorenlauf - Dynamics NAV').
- Wählen Sie den Bereich: Kreditoren (pain.001), Abstimmung (camt.053) oder Fakturierung (QR-Rechnung).
- Wählen Sie Eingangsformat und Zielschema.
- Legen Sie bei Tabellen Trennzeichen (Komma, Semikolon) und Kopfzeilen fest.
2. Attribut-Erkennung & Feldzuordnung
Spalten automatisch einlesen und mit ISO-Tags verknüpfen.
- Klicken Sie in der linken Seitenleiste auf 'Beispieldatei ablegen' und laden Sie eine Musterdatei hoch.
- Klicken Sie auf 'Attribute extrahieren', um alle Spalten einzulesen.
- Wechseln Sie zu Tab 3 (Zuordnungsdetails) und klappen Sie die Gruppen auf.
- Wählen Sie für jedes ISO-Zielfeld die passende Quellspalte aus dem Dropdown.
- Für fehlende Werte können statische Rückfallwerte hinterlegt werden.
3. Transformationsregeln anwenden
Automatische Bereinigung, Währungs- und Datumsformatierung.
- Öffnen Sie das Transformations-Dropdown neben einem Feld.
- Wählen Sie Modifikatoren: 'Leerzeichen entfernen', 'Grossbuchstaben', 'Betrag extrahieren' oder 'Datum parsen'.
- Wählen Sie bei Adressen 'Strukturierte Adresse (Nov 2026)', um Adressblöcke automatisch in Strasse, Hausnummer und Ort zu zerlegen.
In-Memory Simulation (Testläufe)
Konvertierungen risikofrei im Speicher prüfen und ISO 20022-Validierung sicherstellen.
Testlauf durchführen
Mappings direkt im Browser testen.
- Klicken Sie im Canvas oder auf der Konverterkarte auf 'Testlauf (Simulation)'.
- Klicken Sie auf 'Beispieldaten laden' oder ziehen Sie eine Testdatei in den Uploadbereich.
- Klicken Sie auf 'Simulation ausführen'.
- Das Ergebnis wird vollständig im flüchtigen RAM generiert und als farbiges XML angezeigt.
- Prüfen Sie Summen und Tags oder laden Sie die Datei herunter.
Echtzeit-Auslieferung vs. Simulation
Bedeutung des Schalters 'Echtzeit-Auslieferung'.
- In Pipeline-Testläufen steht ein Schalter 'Echtzeit-Auslieferung' bereit.
- Deaktiviert (Standard): Die Ausgabedatei wird nur im Browser angezeigt. Es erfolgt keine externe Übertragung.
- Aktiviert: Die Datei wird real an den Zielendpunkt (Bank-SFTP, Webhook) gesendet.
Automatisierte Pipeline erstellen
Straight-Through-Processing-Routen für unbeaufsichtigte Ausführungen einrichten.
Schritt-für-Schritt-Assistent
Eine Pipeline von Grund auf konfigurieren.
- Gehen Sie im Menü auf 'Pipelines' und wählen Sie 'Neue Pipeline erstellen'.
- Schritt 1: Name vergeben, Duplikatsprüfung (SHA-256) festlegen und E-Mail-Empfänger angeben.
- Schritt 2: Eingangskanal wählen (Bereitgestellte REST-API, SFTP, Google Drive oder E-Mail).
- Schritt 3: Den passenden Konverter zur Dateitransformation auswählen.
- Schritt 4: Ausgangsziel wählen (Bank-SFTP, Webhook, SFTP-Ablage oder E-Mail).
- Auf 'Pipeline bereitstellen' klicken. Die Schnittstellendaten werden sofort erzeugt.
Eingangskanäle (API, SFTP, Drive, E-Mail)
Verbindungsdetails und Spezifikationen für eingehende Datenquellen.
Bereitgestellte REST-API
Direkter Dateiversand via HTTP POST.
- Ziel-Endpunkt: Senden Sie Dateien an https://api-pay-dev-1.digintu.ch/api/v1/pipelines/execute/api.
- Authentifizierung: Übergeben Sie Ihren Kanalschlüssel im Header 'X-API-Key'.
- Rückmeldung: HTTP 200 bei erfolgreicher Verarbeitung oder HTTP 400 mit Fehlerursache.
Automatischer SFTP-Eingangsordner
Automatisierte Dateiablage aus ERP-Systemen.
- Server: Verbinden Sie sich mit ftps-pay.digintu.ch auf Port 2222.
- Authentifizierung: Nutzen Sie Benutzername/Passwort oder hinterlegen Sie einen SSH-Public-Key.
- Ordner: Dateien in das Wurzelverzeichnis /uploads ablegen. Das System verarbeitet fertige Dateien sofort.
Google Drive & E-Mail-Eingang
Ordnerüberwachung und E-Mail-Postfächer.
- Google Drive: Geben Sie ein Google-Konto an. Digintu stellt einen Freigabeordner bereit.
- E-Mail: Rechnungen an die generierte Adresse weiterleiten (z. B. pay-in+key@digintu.tech). Anhänge werden automatisch geparst.
Ausgangsziele & Webhooks
Validierte ISO 20022-Nachrichten direkt an Banken oder Treasury-Systeme senden.
Externe Webhooks einrichten
Konvertierte Daten per HTTP an Drittsysteme senden.
- Wählen Sie in Schritt 4 'Externe API'.
- Geben Sie die Ziel-URL ein (z. B. https://erp.firma.ch/api/payments).
- Hinterlegen Sie Bearer-Token oder benutzerdefinierte Header.
- Aktivieren Sie optional die HMAC-Signatur zur Verifikation.
Bank-SFTP Übertragung
Zahlungsdateien direkt an die Hausbank liefern.
- Wählen Sie 'Externer SFTP-Server'.
- Tragen Sie Server, Port, Benutzername und Zielverzeichnis ein (z. B. /clearing/inbound/).
- Wählen Sie Passwort oder privaten SSH-Schlüssel.
- Dateien werden nach der Konvertierung sofort an die Bank übertragen.
HMAC, IP-Whitelists & SSH-Schlüssel
Schnittstellen gegen unbefugte Zugriffe und Manipulationen absichern.
IP-Whitelisting konfigurieren (CIDR)
Zugriff auf feste Firmennetzwerke beschränken.
- Öffnen Sie die Pipeline-Einstellungen und den Bereich 'Sicherheit'.
- Tragen Sie Ihre festen IP-Adressen im CIDR-Format ein (z. B. 195.141.22.0/24).
- Zugriffe von anderen Adressen werden mit HTTP 403 blockiert.
HMAC-SHA256 Signaturprüfung
Kryptografischer Integritätsnachweis für Nutzdaten.
- Eingehend: Nur Anfragen mit gültigem HMAC-Hash werden akzeptiert.
- Ausgehend: Digintu signiert ausgehende Nachrichten im Header (Standard: X-Signature).
- Veränderte Daten werden vom Empfänger sofort abgewiesen.
November 2026 Strukturierte Adressen
Umsetzung der verbindlichen Vorgaben für SIX und europäische Banken.
Mandatsübersicht: Ablehnung unstrukturierter Adressen
Warum alte 7-zeilige Adressblöcke nicht mehr verarbeitet werden.
- Regulatorik: Ab November 2026 dürfen im Schweizer und SEPA-Clearing keine unstrukturierten Adressen (AdrLine) mehr verwendet werden.
- Ablehnung: Zahlungsdateien mit veralteten Adressfeldern werden von den Banken abgewiesen.
- Pflichtangaben: Adressen müssen aufgeteilt werden in Strasse (StrtNm), Hausnummer (BldgNb), PLZ (PstCd), Ort (TwnNm) und Land (Ctry).
Automatische Adresszerlegung
Intelligente Aufteilung von Floskeladressen durch Digintu Pay.
- Verknüpfen Sie Ihre Adresszeile mit dem Feld 'rawUnstructuredAddress'.
- Aktivieren Sie die Transformation 'Strukturierte Adresse (Nov 2026)'.
- Der Parser trennt Strassennamen, Hausnummern und Postleitzahlen zuverlässig.
- Im XML-Export entstehen bankkonforme, strukturierte ISO-Tags.
CAMT.053 Kontoauszugsabstimmung
Elektronische Kontoauszüge parsen und tabellarisch für die Buchhaltung aufbereiten.
Auszugspositionen einlesen
Salden, Wertstellungsdaten und Zahlungsreferenzen extrahieren.
- Laden Sie den CAMT.053-XML-Auszug Ihrer Bank hoch oder empfangen Sie ihn per SFTP.
- Das System liest Eröffnungs- und Schlusssalden, Valutadaten und Beträge ein.
- Verwendungszwecke und Referenzen (QRR / SCOR) werden in saubere Spalten überführt.
- Laden Sie eine fertige Excel-Abstimmungsdatei herunter oder leiten Sie sie per Webhook an Ihr ERP weiter.
Schweizer QR-Rechnung & ZUGFeRD / Factur-X
Rechtsgültige Schweizer QR-Zahlteile und europäische E-Rechnungen generieren.
Erstellung von QR-Rechnungen
Verwendung von QR-IBAN und 27-stelliger strukturierter Referenz.
- Wählen Sie im Konverter den Bereich Fakturierung mit Ziel 'QR-Rechnung (PDF)'.
- Hinterlegen Sie Ihre QR-IBAN.
- Aktivieren Sie bei Bedarf 'Fehlende Referenzen berechnen' zur automatischen Modulo-10-Prüfziffernberechnung.
- Das System erzeugt druckfähige PDF-Zahlteile mit offiziellem Schweizerkreuz.
ZUGFeRD / Factur-X XML-Profile
Erstellung von hybriden PDF-Rechnungen nach EN16931.
- Wählen Sie das Zielformat 'ZUGFeRD (PDF)' oder 'Hybrid QR + ZUGFeRD'.
- Wählen Sie das Profil: BASIC (B2B-Standard) oder EN16931 (Behördenstandard).
- Die fertige PDF/A-3-Datei enthält sowohl ein visuelles Dokument als auch maschinenlesbares XML.
Teamverwaltung & Rollen (Owner vs Member)
Berechtigungen, Gastzugriffe und Einladung neuer Mitarbeiter.
Berechtigungen: OWNER vs. MEMBER
Operativer Zugriff vs. Abrechnungsverwaltung.
- OWNER (Eigentümer): Volle Rechte. Verwaltet Abonnements, Lizenzen, Teameinladungen, Schlüsselrotation und Kontolöschung.
- MEMBER (Mitarbeiter): Operative Rechte. Kann Konverter erstellen, Testläufe starten, Logs einsehen und Dateien abrufen.
- Sicherheit: Mitglieder sehen keine sensiblen API-Secrets und können keine Rechnungsdaten ändern.
Gastzugriffe in Drittmandanten
Sicherer Wechsel in Kundenmandate ohne Mehrfach-Accounts.
- Wird ein bestehender Benutzer in ein fremdes Team eingeladen, agiert er dort als Gastmitglied.
- Sein eigener Mandant und sein persönlicher Plan bleiben unberührt.
- Über das Profil kann der Gastarbeitsbereich jederzeit wieder verlassen werden.
Abrechnung, Kapazität & Transaktionen
Transaktionskontingente, Add-ons und Abonnementstufen.
Zählung von Transaktionskontingenten
Verbrauch pro validierter Transaktion.
- Transaktionen: Jede einzelne Zahlungsanweisung in einer pain.001 oder jede Buchungszeile im Kontoauszug zählt als 1 Transaktionskredit.
- Free-Plan: 10 Freitransaktionen jeden Monat zur ad-hoc Prüfung.
- Standard-Plan: 250 Transaktionen/Monat, 1 automatisierte Pipeline, 1 Benutzer.
- Advanced-Plan: 1'000 Transaktionen/Monat, 3 automatisierte Pipelines, 3 Benutzer.
Kapazitäten dynamisch erweitern
Proratierte Erweiterungen im Stripe-Kundenportal.
- Inhaber des Advanced-Plans können Ressourcen flexibel erweitern.
- Gehen Sie zu Profil > Arbeitsbereich-Kapazität > Kapazität anpassen.
- Fügen Sie Lizenzen (+EUR 9/Monat), Pipelines (+EUR 35/Monat) oder 100er-Transaktionspakete (+EUR 15/Paket) hinzu.
Audit-Protokolle & Fehlerbehebung
Laufzeitprotokolle einsehen, Duplikate verhindern und Fehler lokalisieren.
Audit-Protokolle auswerten
Zeitstempel, Dateinamen und Statuscodes prüfen.
- Klicken Sie in der Pipeline-Übersicht bei einer Route auf 'Aktionen' > 'Audit-Logs anzeigen'.
- Die Liste zeigt alle Durchläufe, verarbeitete Datensätze und Fehlerursachen.
- Klicken Sie auf einen Dateinamen, um ihn in die Zwischenablage zu kopieren.
Duplikatschutz & Idempotenz
Wie SHA-256-Hashing Doppelzahlungen verhindert.
- Ist 'Dateiduplikate erlauben' deaktiviert, berechnet das System eine SHA-256-Prüfsumme der Datei.
- Wird eine identische Datei innerhalb von 30 Tagen erneut eingereicht, wird sie sofort blockiert.
- Dies schützt zuverlässig vor doppelten Ausführungen identischer ERP-Exporte.